Die 6 Superkräfte der psychischen Gesundheit

Die Fähigkeit, ein glückliches und ausgeglichenes Leben zu leben, erscheint uns manchmal als eine Superkraft, die nur die wenigsten Sterblichen besitzen. Wir bewundern Menschen, die angstfrei, optimistisch, selbstbewusst durchs Leben navigieren und auch im Stress mühelos cool bleiben können.

Die gute Nachricht ist, dass die innere Stabilität gar nicht so unerreichbar sind, wie wir glauben. Grundsätzlich trägt jeder Mensch die Keimen der psychischen Superkräfte in sich, es bedarf aber Übung, diese zur vollen Blüte zu bringen.

Und wie geht das? Ganz einfach: durch die Erkennung und konsequentes Training unserer Superkräfte in alltäglichen Situationen.

Man kann durch Selbsthilfe vieles erreichen. Wenn Sie jedoch ein stukturiertes, geleitetes Vorgehen bevorzugen, dann kann eine Beratung durchaus sinnvoll sein.

Klicken Sie auf die Tabs, um sich einen Überblick über die 6 psychsichen Superkräfte zu verschaffen. Die Selbstreflexionsfragen helfen Ihnen, über Ihre Stärken und Bedüfnisse nachzudenken.

Sich um das körperliche Wohlbefinden kümmern

Regelmäßige körperliche Aktivität und eine ausgewogene Ernährung wirken sich sehr positiv auf das psychische Wohlbefinden aus. Insbesondere Ausdauersportarten, wie Schwimmen, Joggen und Tanzen können helfen, Angstzustände und Depressionen zu reduzieren.

Diäten mit hohem Anteil an verarbeiteten und raffinierten Lebensmitteln fördern Entzündungen und wirken sich negativ auf die Fähigkeit Ihres Körpers aus, Insulin zu regulieren. Infolgedessen können sich Symptome von psychischen Störungen verschlimmern.

Fragen zur Selbstreflexion

Wie wohl fühlen Sie sich in Ihrem Körper?

Welche Faktoren hindern Sie daran, Ihrem Körper mehr Aufmerksamkeit zu schenken? (z.B. Stress, Zeitmangel, „der innere Schweinehund“ usw.)

Was könnte Sie dazu motivieren, körperlich aktiver zu werden? (z.B. gemeinsam mit anderen Sport machen, realistische und konkrete Gesundheitsziele setzen, Selbstbelohnung)

Schwierige Gefühle annehmen und akzeptieren

Viele Menschen kämpfen mit negativen, sogar destruktiven Gefühlen - über sich selbst, über andere, über Emotionen, die in ihrem Beruf oder in Beziehungen wachgerufen wurden. Der Versuch, negative Emotionen zu unterdrücken verursacht viel Bedrängnis und innere Spannnung. Die Ironie hier ist, dass das Verdrängen oder der Versuch, „schlechte“ Gefühle wegzuschieben, diese eigentlich verstärkt. Psychische Gesundheit wächst aus der Akzeptanz negativer Gefühle. Neuere Forschungen liefern empirische Belege dafür, dass wir uns besser fühlen können, wenn wir uns erlauben, negative Gefühle zu erleben und zu verarbeiten.
Fragen zur Selbstreflexion

Wie gehen Sie mit Ihren negativen Gefühle um?

Welche Gefühle erleben Sie als am belstendsten (z.B. Angst, Trauer, Wut, Schuldgefühle, Frustration oder Scham)?

Was hilft Ihnen, aus Ihren negativen Gefühlen und Emotionen schnell rauszukommen?

In Beziehungen Gesunde Grenzen setzen

In Beziehungen braucht es Grenzen. Wenn Sie Ihre Grenzen setzen, bestimmen Sie, welches Verhalten Sie von anderen akzeptieren und welches nicht. Grenzen umfassen sowohl physikalische als auch emotionale Grenzen. Zu den physikalischen Grenzen gehören Ihr persönlicher Raum und Ihre Privatsphäre. Zu den Verstößen gehörennicht nur ungewollte Berührungen und unangemessene körperliche Nähe, sondern auch das Durchsuchen Ihrer persönlichen Dateien oder Ihres Telefons. Emotionale Grenzen zu haben bedeutet: sich Ihrer Emotionen bewusst zu werden, und Ihre Gefühle von den Gefühlen anderer Menschen zu trennen. Anzeichen für zu schwache emotionale Grenzen sind, wenn Sie Verantwortung für die Gefühle oder Probleme anderer Menschen übernehmen, Ihre eigenen Bedürfnisse aufopfern, um anderen zu gefallen oder wenn Sie denken, die anderen für Ihre Probleme und Gefühle verantwortlich seien. Gesunde Grenzen schützen Ihr Selbstwertgefühl und Ihre Identität als Individuum.
Fragen zur Selbstreflexion

Erleben Sie Grenzüberschreitungen in Ihrer Beziehungen?

In welchen Beziehungen fällt es Ihnen schwer, in welchen leicht, ihre Grenzen zu ziehen und sie zu verteidigen?

Wie gut können Sie NEIN sagen?

Sich selbst wertschätzen

Sich selbst wertschätzen bedeutet, sich selbst zu lieben und die eigenen persönlichen Qualitäten anzuerkennen. Wenn jemand sich über den eigenen Wert unsicher ist, versucht er seinen Selbstrespekt durch die Bestätigung von Anderen aufzubauen. In den Versuch, ein ideales Bild von sich zu projizieren, wird enorm viel Energie investiert. Zurückweisungen oder Niederlagen führen zu schnellem Zusammenbruch des wackeligen Selbstwertes.
Einen starken Selbstrespekt zu entwickeln hilft, authentisch zu sein, gesunde Beziehungen zu erhalten. Es ist sehr befreiend, keine Diskrepanz mehr zwischen unserem inneren und nach außen gezeigten Selbstbild zu erleben.
Fragen zur Selbstreflexion

Auf welche ihrer persönlichen Leistungen und Eigenschaften sind Sie besonders stolz?

Wie loben Sie sich und belohnen Sie sich für Ihre Erfolge?

Welches Kompliment an Ihre Person würden Sie am liebsten von anderen kriegen?

Um Hilfe bitten

Vielleicht denken Sie, um Hilfe zu bitten ist ein Zeichen von Schwäche. Wenn Sie um Hilfe bitten, geben Sie zu, dass Ihnen Wissen, Können oder Erfahrung fehlen, um selbst etwas zu tun. Sie möchten einfach nicht, dass jemand sieht, dass Sie Probleme haben. Oder sie haben den Anspruch, niemanden mit Ihren Problemen zu belästigen.
Um Hilfe zu bitten ist aber keine Schwäche. Tatsächlich ist es ein Akt des Mutes, unsere Grenze zu akzeptieren und die Rolle anzuerkennen, die andere Menschen für unser Wachstum spielen. Es befreit uns auch von dem Druck, perfekt zu sein und uns immer alleine durchkämpfen zu müssen. Zuversichtliche Menschen bitten andere oft um Hilfe, weil sie wissen, dass der Versuch, alles selbst zu tun, nicht immer die beste Nutzung ihrer Zeit, Fähigkeiten oder Energie ist.
Fragen zur Selbstreflexion

Von wem können Sie Hilfe annehmen, von wem gar nicht?

Welche Gedanken und Befürchtungen hindern Sie daran, öfters mal um Hilfe zu bitten?

Die eigene Unvollkommenheit akzeptieren

So viele von uns streben nach Perfektion in ihrem Leben. Wir möchten den perfekten Job, den perfekten Körper, die perfekte Familie, perfektes Glück… Die Liste geht unendlich weiter. Der Haken dabei ist, dass Perfektionisten einen gewissen Tunnelblick kriegen: Egal, was sie erreichen, es ist nie gut genug. Das Glück ist ihnen immer einen Schritt voraus. Perfektionsmus ist wie eine Fata Morgana, die sich bei näherer Betrachtung auflöst und dafür sorgt, dass wir uns an unsere Erfolge nie richtig erfreuen können. Wenn wir ein erfülltes Leben führen möchten, sollten wir uns mit unserer Unvollkommenheiten befreunden. Und das geht, indem wir anfangen, in unserem Leben Mut, Mitgefühl und Verbundenheit pflegen und kultivieren. So können wir uns von Ansprüchen befreien, die wir nicht erfüllen können oder wollen.
Fragen zur Selbstreflexion

Wie fühlen Sie sich, wenn Sie ein Foto von sich selbst sehen?

Wenn Ihnen ein Fehler unterlaufen ist, wie gehen Sie damit um?

Wie reagieren Sie auf Kritik von anderen?

Literatur:

Lang U.E. · Beglinger C. · Schweinfurth N. · Walter M. · Borgwardt S. (2015) Nutritional Aspects of Depression, Cellular Physiology & Biochemistry 2015;37:1029-1043

Tran L., Rimes K. A.  (2017) Unhealthy perfectionism, negative beliefs about emotions, emotional suppression, and depression in students: A mediational analysis, Personality and Individual Differences, Volume 110, 1 May 2017, Pages 144-147

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Qualifikationen: Diplom-Psychologin, Klinische und Gesundheitspsychologin, Heilpraktikerin für Psychotherapie